Fund im Museum Oslo Aber wieso war es eine SENSATION? Das liegt an der Art, wie Anspruch und Wirklichkeit der Forschung und Wissenschaft auseinander klaffen: Das Handwerk der Wikinger wurde gern als relativ primitiv geschildert (evtl. mit Ausnahme des Schiffbaus), also einfache Werkzeuge, primitive Techniken, dem gleichzeitig in Zentraleuropa existierenden Handwerk nicht gleichwertig. Eigentlich geht Wissenschaft und Forschung so: Man findet etwas, datiert es und ordnet es ein. Findet man etwas nicht, das man eigentlich erwarten würde, dann lautet die Aussage:  Die Annahme konnte bisher nicht durch Funde belegt werden, oder: wir wissen nicht, ob..., da uns keine Funde vorliegen. Niemals aber würde ein Wissenschaftler behaupten, dass etwas nicht existiert hat, weil man es (noch) nicht gefunden hat. Aber genau das ist den Wikingern immer wieder passiert. Der Fund in einem trockengelegten Sumpf bei Mastermyr auf Gotland (Schweden) war eine Sensation: Benannt wurde die Truhe also nach dem Fundort, der Mastermyr oder auch Mästermyr genannt wird Eine typische “Wikingerkiste” etwa aus dem Jahre ca 1000 n.Chr. voll mit Handwerkzeug. Aus den Umständen und Beifunden schliesst man, dass es die Werkzeugkiste EINES Handwerkers war (nicht einer Gruppe), eventuell eines “fahrenden Händlers”. Also so eine Art Wanderarbeiter, der dorthin unterwegs war, wo es neue Arbeit für ihn gab. Offizieller Wissensstand war, dass die Wikinger keine Sägen besassen und kannten, obwohl z.B. an Kämmen und Truhen eindeutig Sägespuren gefunden wurden.                     wie kommt es dann zu solchen Behauptungen? Ein Erklärungsversuch: Das Handwerk der Wikinger war dem durch Kirche und Zünfte geregelten Handwerk bei uns in keiner Weise ähnlich. Die Vorstellung, dass EIN Handwerker mehrere ganz unterschiedliche Fachrichtungen ausgeübt haben soll, ist unserem Handwerkskammerdenken (=Zünfte) sehr fremd. Dass jemand Schmied, Schiffsbauer, und Schreiner gleichzeitig sein könnte, widerspricht unserem Modell der Hochspezialisierung. “So einer kann dann halt nix richtig”, “lauter halbe Sachen” oder “das kann nix werden” dürften ernst gemeinte Kommentare lauten. Und dann beweist diese Werkzeugtruhe unbestreitbar, dass es einen solchen Multi-Handwerker doch gab, und dass er mit hervorragendem Werkzeug arbeitete, dass selbst mit heutigem Werkzeug mithalten kann. Also eine völlig unglaubliche Überlegenheit des Wikinger-Handwerkers im Vergleich zu denen bei uns. Und das lässt sich zugegebenermassen mit dem Image der Wikinger nicht vereinbaren. Doch wer erfand und verbreitete dieses Image (Barbaren, Seeräuber, Horden, Heiden, Primitive)  ? Die Kirche, deren erklärtes Feindbild die Wikinger waren und die auch den Namen  erfand, und die Vertreter des Handwerks (Zünfte, Kammern, Verbände), für die das einheimische Handwerk auf jeden Fall das “non plus ultra” sein muss, die Anerkennung fremder Leistungen ist ihnen auch heute nicht möglich. Archäologie/Wissenschaft  wiederum sind bei uns Christlich-Abendländisch geprägt, wurden Jahrhunderte von der Kirche diktiert und gegängelt und haben dies bis heute nicht abstreifen können. Also war eine vorbehaltlose und unabhängige Forschung oder Berichterstattung eher nicht zu erwarten, oder? Eine Anmerkung: Dass die Kirche jahrhundertelang darauf bestand, dass die Welt eine Scheibe sei, um die sich alles andere dreht, dürfte ziemlich bekannt sein, und dass sie das erst im späteren Mittelalter geändert hat - aber - wusstet Ihr, dass bei den Griechen, Römern und auch hier in Europa vorher schon lange bekannt war, dass es eine Kugel ist? Also nicht nur Unterschlagen von Fortschritt / Forschung, sondern bewusstes Lügen und Täuschen (Verdummung, halt) Wer da einen Zusammenhang mit den privaten Fernsehsendern sieht ,  . . .. . . .  . . dem kann ich auch nicht helfen ! Eine Aktualisierung: Neuerdings geht man offenbar davon aus, dass die Kirche gar keine solchen “dummen”Behauptungen aufgestellt hat, aber in allen mir zugänglichen Quellen wird angemerkt, dass man eben doch den gewünschten Wissensstand “diktierte”, und in keiner Weise an neuen Erkenntnissen interessiert war, es sei denn, sie waren geeignet, die kirchliche Meinung zu untermauern. Also wird zwar eine “Rehabilitierung” der Kirche versucht, dabei allerdings wird das ganze Ausmass der Gängelung erst so richtig ausgebreitet.  Ich finde zwar diese neue Offenheit durchweg gut, aber was dabei herauskommt, bestätigt leider meine Meinung, dass die Kirche zwar immer ein Sammelbecken für Schriften, Wissen und Erkenntnis war, aber nie mit der Absicht, dieses Wissen mit irgendwem zu teilen. Insofern bestätigen gerade diese neuen Aussagen 1:1 die berechtigten Vorwürfe, dass Bildung und Wissen von der Kirche zwar durchaus gesammelt wurden, aber eifersüchtig darauf geachtet wurde, dass dieses Wissen nur intern “Eingeweihten” zur Verfügung stand. Eine Weiterverbreitung von Wissen durch die Kirche ist mir nicht bekannt, und wird auch in diesen neuen Statements nirgends behauptet. Und diesem Umstand haben wir das “dunkle Zeitalter” zu verdanken, den grössten uns bekannten, absichtlichen Wissensverlust, der in der Geschichte existiert. Die Verantwortung hierfür liegt unbestritten bei der Kirche, und sie bestreitet dies auch nicht, sie hat sich meines Wissens auch bisher nicht dafür entschuldigt, oder auch nur ihren Standpunkt revidiert. Nein, im Gegenteil, die Edikte sind nach wie vor gültig, nach denen Bildung,die über das Lesen der heiligen Schrift hinaus geht, keinen Nutzen für ein “gottgefälliges” Leben hat. Gott also will “dumme” und ungebildete “Untertanen”?. Eine gewagte Aussage, die ich in der Bibel nicht bestätigt finde. Mehr Details findet ihr im Bereich Bildung und Religion unter der Rubrik Denkerecke guterhaltene Kiste mit Handwerkszeug aus der Wikingerzeit im Moor entdeckt bei Mastermyr (Gotland-Schweden)      maz Mastermyr      maz Mastermyr
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