NewsLogo-MusterJeanne d’ Arc mazJeanne d’ Arc mazSchon wieder eine Heilige?Ja, doch, denn bemerkenswert ist sie ja nun auf jeden Fall: Sie lebte von 1412 - 1431 in einem von Engländern besetzten Frankreich,stammt aus Lothringen (Domremy) und Ihre Eltern waren eher wohlhabende Bauern.Sie als “charakterstark” zu bezeichnen, ist eher geschmeichelt, eigensinnig würde es wohl besser treffen.Schon als Kind war diese Eigenschaft sehr ausgeprägt, und ihre Eltern hatten es nicht immer nur leicht mit ihr.Aufgewachsen in den Wirren des “hundertjährigen Krieges”, war sie kein typisches Kind ihrer Zeit.So widersetzte sie sich beispielsweise einer Verheiratung, indem sie in einer Vision erfuhr, dass ihr Widerstand gegen eine Heirat erfolgreich sein würde, und zieht konsequent vor das geistliche Gericht, um eine solche Heirat zu verhindern.Eine Vereinbarung einer Heirat in diesem Alter war in dieser Zeit ehehr ein Zeichen von Verantwortung der Eltern, nicht von Bevormundung, also absolut nichts ungewöhnliches.Ihr erschienen zunächst die heilige Katharina, dann zusätzlich der Erzengel Michael und die heilige Margareta.Diese Visionen begleiteten ihren Weg, und liessen sie recht ungewöhnliche Dinge für ein Mädchen aus dieser Zeit tun:Sie erhielt den Befehl. Frankreich von den Engländern zu befreien, und auch recht genaue Angaben,wie dies zu bewerkstelligen sei.Je nach Quelle bedurfte es dazu einer Verkleidung als Mann (inkl. Haarschnitt und Klamotten), oder aber nur eines sehr männlichen, also entschiedenen Auftretens1429 unternahm sie je nach Quelle 1-3 Versuche, eine Audienz beim Stadtkommandanten der Festung Vaucouleurs zu bekommen. Ihre Eltern wussten davon nichts.Dort wurde “ihr Glaube geprüft”, andere behaupten, ihre Jungfräulichkeit hätte zu ihrer Glaubwürdigkeit beigetragen, Diese Prüfung dauerte mehrere Wochen und führte zu einer Anerkennung der “Göttlichkeit” ihres Auftrages. In wieder anderen Quellen fand diese Überprüfung erst am Hofe statt, aber über die Ausführlichkeit der Untersuchung sind sich die Berichte einig.Ihr Aufbruch erfolgte im Februar 1429Sie wurde also mit einer Eskorte und einem Begleitschreiben nach Chinon zu Karl VII geschickt. Ihr visionärer Auftrag war, diesen (Karl VII) zur Krönung nach Reims zu bringen, Während dieser Reise ereignete sich die Niederlage der Franzosen in der “Heringsschlacht” und dem Rückzug der Ritter aus dem belagerten Orleans.Die Ziele, die ihr durch die Visionen aufgetragen wurden, lauten:Orleans von der Belagerung befreien,Karl VII in Reims krönen lassenBefreiung von ParisRückkehr des Herzog von Orleans aus engl. Gefangenschaft.Sie hat ein Empfehlungsschreiben von Baudricourts dabei, und erreicht den Hof KarlsVII.Sie wird am Hof empfangen und (siehe vorher) ihre Heiligkeit geprüft, und dann wird sie ausstaffiert und mit der kämpfenden Truppe nach Orleans gesandt, als Mitglied eines Versorgungstrupps getarnt, mit dem Auftrag, diesen Versorgungszug in die belagerte Stadt zu bringen, was ihr auch gelingt.Angeblich war sie wie ein Ritter ausgerüstet, mit Schwert, Rüstung und Pferd, Sie reitet mit dieser Truppe wiederum durch vom Feind besetztes Land und erreicht tatsächlich Orleans.Die Beteiligung an Kampfhandlungen wird von allen Quellen bestätigt, allerdings gehen die Meinungen auseinander, wie aktiv sie in das Kampfgeschehen eingriff, einige Quellen nennen sie schlicht und einfach das “Maskottchen”, weil sie mit ihrem “göttlichen” Auftrag eine ermutigende Wirkung auf die Soldaten hatte. Sie selbst berichtete, zwar sogar an vorderster Front gestanden (geritten) zu haben, aber weder sei sie zu Schaden gekommen, noch habe sie jemand ernsthaften Schaden zugefügt.Die französischen Truppen können den Engländern immerhin so schmerzhafte Verluste zufügen, dass diese Anfang Mai 1429 die Belagerung von Orleans abbrechen und sich zurückziehen. Das Gerücht, dass die Engländer sich vor ihrer Erscheinung so gefürchtet haben, dass sie den “Gottesauftrag” ernst genommen haben, und deshalb aufgegeben haben - na, ja, das kann man getrost als heroische Aufbauschung verstehen. Auch die Rekrutierung von Räubern, sowie deren Verwandlung zu heroischen Soldaten mag ein Gerücht sein, nach anderen Quellen wurden ihr die Truppen zur Verfügung gestellt, aber, ich geb’s zu: es klingt doch viel besser. Aber ein Name eines berüchtigten Räubers spukt hier durch die Geschichte:Étienne de Vignolles, besser bekannt als La Hire („der Wilde“). Und dabei, oder bei der anschliessenden Rückeroberung von Orten entlang der Loire soll sich die folgende Situation zugetragen haben:Von einem Pfeil getroffen, blieb sie bis zum Ende der Schlacht an vorderster Reihe. Dies geschah angeblich am 7.Mai 1429Auf jeden Fall ermutigte ihr Erfolg mit dem Proviantzug die eingeschlossenen Franzosen so weit, dass sie einen Ausfall wagen und über die Belagerer triumphieren.Nach diesem Erfolg möchte sie sofort den nächsten Punkt auf ihrer Liste angehen, die Krönung, aber die Pläne der Franzosen sind andere:Die Truppen ziehen entlang der Loire und erobern einige strategische Orte zurück.Wie gesagt, bei welcher dieser Gelegenheiten sie ihren Mut und ihre Tapferkeit unter Beweis stellte, da gehen die Meinungen auseinander, aber ein solches Verhalten eines jungen Frau erscheint, egal zu welchem Anlass, doch als sehr bemerkenswert.Der Erfolg ging so weit, dass bis Juli die Engländer aus allen wichtigen Burgen südlich der Loire vertrieben waren.Und nun endlich konnte am 17 Juli die Krönung KarlsVII wie vorgesehen in Reims (in der Kathedrale) stattfinden, und unsere Heldin bekam einen Ehrenplatz neben dem Altar, dargestellt stolz mit der Siegesfahne in der Hand. Hiervon gibt es sowohl zeitgenössische wie auch sehr viele später entstandene Bilder und Darstellungen, je nachdem mehr oder weniger heroisch übertrieben. Aber auch wenn einiges ein wenig übertrieben wird, was mit ihr zusammenhängt, so gibt es doch ein paar konkrete Anhaltspunkte, die ihren Anteil an diesem Erfolg als real bestätigen: So hat z.B. ihr Vater nachweislich einen Ehrentitel und eine Befreiung von der Steuer erhalten, diese Vorgänge sind durch offizielle Einträge in den Staatlich Akten zu beweisen, also nicht erst später hinzugefügt worden.Die Dankbarkeit ging aber nicht so weit, dass man ihrem Wunsch nachgekommen wäre, nun als nächstes die Befreiung von Paris in Angriff zu nehmen.Ganz im Gegenteil war sie einigen Beratern am Hof ein ausgesprochener Dorn im Auge.Ein nicht ganz konsequenter Versuch wurde im September unternommen und schlug natürlich fehlJetzt erfuhr sie, wie viel die Dankbarkeit wirklich wert war, der König wandte sich von ihr ab,Je nach Quelle wurde sie verraten, oder gefangen genommen, auf jeden Fall waren einige Berater sehr froh, diese “Beraterin” losgeworden zu sein.Ohne ihren Einfluss ist es möglich, einen Waffenstillstand zu vereinbaren, der es auch ermöglicht, die Kosten für die Truppen einzusparen, und mit einen Rückzug nach Burges die Lage zu entspannen.Im Mai 1430 findet dann ein erneuter Versuch statt, Paris zu befreien, angeblich hauptsächlich auf Betreiben unserer Heldin und ohne nennenswerte Unterstützung durch KarVII. Dieser Versuch endet mit ihrer Gefangennahme bei der Befreiung des von den Burgundern gehaltenen Compiegnes durch die burgundischen Besatzer, namentlich durch den Burgunder Johann von Luxemburg.Von diesem wurde sie der Gerichtbarkeit in Rouen überantwortet, während er sie aber in seiner Burg Bouvrieul in “Verwahrung” behielt. Dort am Sitz der englischen Macht wurde sie ca fünf Monate in einem Turm “verwahrt”In einem drei Monate währenden Prozess unter dem Vorsitz des Bischofs von Beauvais, Pierre Cauchon musste sich die junge Frau gegen die juristisch und religiös bestens ausgebildeten Ankläger verteidigen. Es stand das Ergebnis trotz ihrer für ihre Abstammung bemerkenswert guten Rhetorik längst fest, aber von über 60 Anklagepunkten wurde sie nur in zwölf Punkten für schuldig befunden.Darunter befanden sich Punkte wie Feenzauber, Gebrauch von Alraunenwurzeln, Häresie, Dämonenanbetung und mehrfacher Mord.Sie wurde ja nicht als Soldat anerkannt, womit jeder ihr vorgeworfene Schalchterfolg als Mord gedeutet werden konnte.Dass sie das Gericht nicht las zuständig anerkannte, sondern betonte, sich nur einem echten Gottesurteil zu unterwerfen, trug nicht zur Verbesserung ihrer Lage bei, am 24.Mai 1431 wurde sie auf einem Friedhof (St-Quen) exkommuniziert.Bei der Ankündigung, dass ihr nach der Urteilsverkündigung ein Tod in Feuer bevorstehe, wenn sie ihren Irrglauben nicht zugebe. Später gab sie an, aus Angst vor diesem Feuer-Tod allem abgeschworen zu haben, wenn auch ohne Überzeugung. Sie erklärte sich in allen Punkten der Anklage schuldig, die ihr noch vorgeworfen wurden.Das Urteil lautete folgerichtig auf Ketzerei, was eine lebenslange Haft und Überstellung an ein kirchliches Gefängnis bedeutet hätte.Aber das war den Engländern nicht genug, wollten sie doch eigentlich KarlVII blossstellen und entmachten, indem sie ihm die Beratung durch eine Ketzerin nachweisen. Damit wäre seine Position durch die Kirche nicht mehr zu rechtfertigen, seine Macht ernsthaft in Gefahr.Ausserdem war es ihnen zu riskant, Jeanne d’ Arc in einem Gefängnis in Frankreich zu belassen, weil die Gefahr bestand, dass dies die Franzosen zu einer Befreiungsaktion animieren könnte.Offensichtlich sollte unbedingt verhindert werden, dass diese Frau noch einmal an der Spitze einer französischen Armee gegen die Engländer vorgehen könnte, sie hatte sich also wirklich deutlichen Respekt verdient.Um dies sicher zu stellen, wurde ihr erneut der Prozess gemacht, diesmal mit dem Vorwurf der wiederholten Ketzerei.Sie habe sich auch nach dem Widerruf erneut der Ketzerei schuldig gemacht, indem sie in ihrer Gefängniszelle Männerkleidung getragen habe. Dazu sagt die Heldin, dass sie von ihren Bewachern dazu gezwungen worden wäre, und das sie selbst ja keinen Einfluss darauf gehabt hätte. Sie erzählt auch, dass sie mit sichtbaren Folgen mehrfach misshandelt worden wäre. Sie gab auch an, dass ein Edelmann ihr androhte, ihr Gewalt anzutun, weil sie sich weigerte, die Männerkleider anzuziehen. Daraufhin erst habe sie sich nicht mehr geweigert, gleichzeitig widerrief sie jedoch ihr gesamtes Geständnis, das sie wenige Tage zuvor auf dem Friedhof gestanden hatte. Unter dem Vorsitz von John Lancaster wurde ein erneutes Verfahren innerhalb weniger Tage durchgeführt, und sie wurde zur Verbrennung wegen wiederholter Ketzerei verurteilt, was am nächsten Morgen, am 30.Mai 1431 auf dem Marktplatz in Rouen vollstreckt wurde. Ihre Asche wurde in die Seine gestreut, damit es keine wie immer geartete Reliquien geben könnte. Eine Märtyrerin sollte verhindert werden, was nicht wirklich funktionierte.Das hat weder die Verehrung verhindert, noch das Auftauchen von angeblichen Reliquien, obwohl technisch unmöglich. Angebliche Rippenknochen und Kleidungsreste, die von einem Apotheker an das Erzbistum übergeben, wurden, wurden 2006/2007 als TZeile von ägyptischen Mumien erkannt. Weiters handelte es sich um Holzstücke und Katzenknochen. Die Kleidungsreste stammten war aus der richtigen Epoche, wiesen jedoch keinerlei Brandspuren auf. 1909 wurde Jean d’ Arc heiliggesprochen und ist seitdem für Rundfunk und Telegraphie zuständig.Film und Fernsehen (Zitat Wikipedia)Die Geschichte Jeanne d’Arcs wurde schon zur Zeit der ersten Spielfilme verfilmt. Allein mit Ingrid Bergman gibt es zwei Versionen. 1928 entstand der Stummfilm Die Passion der Jungfrau von Orléans des dänischen Regisseurs Carl Theodor Dreyer mit Maria Falconetti in der Hauptrolle. Eine Version wurde 1999 von Ed Gernon und Christian Duguay (Regie) unter dem Namen Jeanne d’Arc – Die Frau des Jahrtausends verfilmt. In den Hauptrollen spielen Leelee Sobieski als Jeanne d’Arc, Peter O’Toole als Bischof Cauchon und Maximilian Schell als Le'Maitre.1999 inszenierte Luc Besson mit Johanna von Orleans eine eigenwillige Neuverfilmung (Milla Jovovich spielte die Hauptrolle, John Malkovich war Karl VII.). In dieser Neuverfilmung wird Jeanne als mit menschlichen Fehlern und Zweifeln beladene Frau dargestellt, die am Ende auch um ihren eigenen Glauben kämpfen muss. Das Publikum des deutschen Privatsenders VOX wählte 2000 Jeanne d’Arc zur Frau des Jahrtausends.Verfilmungen: Joan of Arc (USA, 1895), Regie: Alfred Clark L’Exécution de Jeanne d’Arc (F, 1898), Regie: Georges Hatot Jeanne d'Arc (F, 1899), Regie Georges Méliès (Uraufführung: 11. November 1900) Eine Moderne Jungfrau von Orleans (D, 1900), Regie: Max Skladanowsky (Uraufführung: 1914) Giovanna d’Arco (IT, 1908), Regie: Mario Caserini Joan the Woman (USA, 1917), Regie Cecil B. DeMille (Uraufführung: 4. Januar 1917) Die Passion der Jungfrau von Orléans (D, 1928), Regie: Carl Theodor Dreyer Johanna von Orleans, Regie: Victor Fleming, 1948 mit Ingrid Bergman in der Titelrolle Die heilige Johanna, Regie: Otto Preminger, 1957 Der Prozeß der Jeanne d’Arc, Regie: Robert Bresson, 1965 ZDF/1969 Kino B Johanna, die Jungfrau – Der Kampf/Der Verrat, Regie: Jacques Rivette, 1994 Johanna von Orléans (The Messenger: The Story of Joan of Arc), Regie: Luc Besson, 1999 Jeanne d’Arc – Die Frau des Jahrtausends, Regie: Christian Duguay, 1999 Kamikaze Kaito Jeanne (Jeanne, die Kamikaze Diebin), Anime u. Manga Serie von Arina Tanemura, 1998–2000 Johanna (HUN, 2005), Regie: Kornél Mundruczó Jeanne Captive (F, 2011), Regie: Philippe RamosDaneben gibt es etliche Computerspiele und unzählige Bücher über sie, allerdings recht wenige Versuche, sie als Mensch zu beschreiben, die Heldin und unerschrockene Jungfrau lässt sich einfach besser vermarkten, zumal schon in Frankreich seit der Renaissance immer wieder die Geschichte aufgebauscht und ausgebaut worden war.Wikipedia über Jeanne d’ArcFocus Artikel über Jeanne d’ArcBiographien von dibb.deDas HeiligenlexikonUnterrichtsmaterial des Wesermünde GymnasiumsKinderzeitmaschinehttp://www.jehanne-darc.com/cms/front_content.php?idcat=33die Süddeutschehttp://www.jeanne-darc.info/Jeanne d’Arc