Die Kleidung der WikingerWie die Wikinger bekleidet waren ist ein recht schwieriges Thema, die Interpretationen gehenda sehr weit auseinander, auch die zeitgenössischen Meinungen und die Funde.Da Textilien im Gegensatz zu Metall und Stein nicht sehr haltbar sind und schnellverrotten, wurden leider nur einige wenige Funde gemacht, die durch besondere Umständeunter Sauerstoffausschluss unter Wasser, im Moor und Fragmente unter der Erde erhaltenblieben. Oftmals sind nur die Metallteile, die als Verschlüsse genutzt wurden,in Gräbern erhalten geblieben. Verschlüsse aus Bein, Horn und Holz sind ebenfallskaum erhalten und gefunden worden.Somit gibt es nur sehr wenig Material das konkrete Rückschlüsse ziehen lässt.Klar jedenfalls ist, das die Wikinger bestimmte Materialien und Verschlüsse benutzt haben.Polyester gab es damals ja dann doch noch nicht (oder doch, und wir habens noch nicht gefunden ;-) )Da wären:- Schafwolle- Flachsleinen- ggf andere Leinenarten, wie zB aus Brennesseln oder Hanf (wer hierzu Quellen weiß, bitte eine Mail)- Leder- Pelze- ein umstrittenes Thema wäre noch Baumwolle. Im Osten war diese schon längst bekannt und auch in der Textilherstellung verwendet. Man hat Rohbaumwolle als Verpackungsmaterial auf Wikingerschiffen gefunden, und einige Textilfragmente in Hafenstädten. Ob die Wikinger nun selbst Baumwolle verarbeitet haben oder lediglich einige Kleidungsstücke aus Baumwolle gehandelt haben, lässt sich nicht sagen.Am Rande sollten ggf noch Daunen erwähnt werden. Nach meinem Kenntnisstand haben dieWikingerdie Daunenjacke erfunden, indem sie zweilagige Oberbekleidung absteppten und die Zwischenräume mit Enten und Gänsedaunen füllten. Was nun die Verschlüsse angeht, Klettverschluss, Reißverschlüsse waren auch noch nicht erfunden. Das was dann übrig bleibt sind Bänder, Schnallen, Knöpfe und Sicherheitsnadeln (Fibeln) Meiner Information nach wurden eher wenige Funde von Knöpfen gemacht, diese wurden wohl vereinzelt als Schuhverschlüsse verwendet. Ausserdem haben wohl einige Wikinger von Handelsreisen orientalische Kleidung mitgebracht, an welcher wohl Knöpfe angebrachtwaren (zB Kaftan-artige Stücke). Naheliegend ist dann wohl, das dieses doch sehr praktische Prinzip von den Wikingern übernommen wurde, allerdings habe ich hierfür keine Quellen.Das könnte natürlich mit der Wahl der Materialien zusammenhängen, Holz oder Hornist ohne die richtigen Bedingungen wie schon erwähnt nicht sehr lange haltbar undverottet, sodass keine oder kaum Funde gemacht wurden.Wenn man jetzt noch Materialien wie Elastan, Gummi und Co abzieht, was bleibt dann?Kleidung die einigermaßen lose geschnitten ist, um Bewegungsfreiheit zu garantieren,mit Bändern, Schnallen, Gürteln und Nadeln geschlossen ist.Dem Klima nach zu urteilen müsste die Kleidung eher warm (also im Vergleich zu beispielsweise Australien), eventuell in Schichten getragen worden sein und die Oberkleidungso wetterfest wie möglich gewesen sein. (Loden, gefettetes Leder, gefüttert usw)Vielleicht sollte noch grundsätzlich etwas bemerkt werden: Die Kleidung wurde damals entweder selbst angefertigt, inkl der Rohmaterialien, oder gehandelt, das heißt auf einen gefüllten Kleiderschrank mit dutzenden Outfits für eine einzelne Person sind sehr unwarscheinlich.Jeder der schonmal gesehen hat, wie Rohwolle erstmal grob gereinigt, gekämmt und gekardet,versponnen und gefärbt werden muss bevor man auch nur ans weben denken kann, wird dieseEinschätzung sicher bestätigen.Die ärmeren Leute werden vermutlich eine Bekleidung für den Sommer und eine für den Wintergehabt haben, die reicheren möglicherweise etwas mehr sodass sie sich zB für Feiern oder ähnliches besonders kleiden konnten und sicher auch mal eher die Kleidung wechseln und waschen konnten.Nichts desto trotz hat sich ein englischer Zeitgenosse mit einer schriftlichen Beschwerde verewigt. Nämlich das die Wikinger sich in England nicht nur mit den Üblichen Eroberungs-taktiken wie kriegerische Handlungen und Vergewaltigung breit gemacht haben, sondern das ihnen die englischen Frauen ganz freiwillig in die Arme gelaufen sind, weil sich die Wikingersolch unfairer Methoden bei der Brautschau bedienten wie das regelmäßige wechseln von Kleidung, das sie jeden Sonntag gebadet haben und sich täglich Bart und Haare kämmten.Diese Aussage legt nahe, das zumindest die Eroberer von England genug Kleidersätze hatten,um in regelmäßigen Abständen die getragenen zu waschen und derweil frische Sachen anziehen konnten. Wie regelmäßig diese Abstände nun waren, ist eine andere Frage.Was aber haben die Wikinger denn jetzt genau angehabt???Man weiß, das es Sachen gab die nur Männer trugen, und Sachen die nur für Frauen bestimmt waren. Interessant zu wissen wäre noch wie tollerant die Wikinger vor der Christianisierung gegenüber Crossdressing" waren, dh inwieweit zB es einer Frau gestattet war, Hosen zu tragen.Wer im Winter bei Schnee und Eis schonmal im Rock unterwegs war, weiß worauf ich hinaus will.... es zieht nämlich scheußlich darunter.Fangen wir also bei den untersten Lagen der Wikingerbekleidung an: der Unterwäsche.Was wissen wir darüber? Eigentlich nichts. Ihren beiden Arabischen Besuchern, IbnFahdlan und Ibn Fasud haben nichts darüber berichtet. Funde von Unterhosen gibt es keine,und Darstellungen von Unterhosen oder etwas ähnlichem sind zumindest mir auch keine bekannt.In einigen Sagas jedoch wird Unterwäsche erwähnt, zumindest für Männer. Zu nennen wärehier das Kapitel 16 und 18 der Fljótsdæla saga, Kapitel 16 der Gísla saga Súrssonar und das Kapitel 18 der Ljósvetninga saga welche suggeriert das ärmere Menschen wohl keineUnterwäsche hatten (jedenfalls die Männer). Die Unterhosen für Männer waren den Sagasnach aus Leinen ab und an auch aus Wolle, in etwa knielang, ohne Hosenschlitz und wurden von einem Band oder Gürtel über der Hüfte gehalten. Die Beschreibung in den besagten Kapiteln deutet ausserdem darauf hin dass es wohl üblich war in Hemd und Unterhose zu schlafen.Was nun die Unterwäsche von Frauen betrifft können wir nur mutmaßen. Meine persönlicheMeinung als Frau zu dem Thema ist, das spätestens wenn ein gewisses monatliches Übelauftritt ich mir irgendwelche Stofffetzen zwischen die Beine binde und sie mit saugfähigem, leicht zu ersetzendem Material wie zB trockenem Moos, Lederreste, Stoffreste, Wollflockenund ähnlichem ausstopfen würde, bevor mir die Suppe unterm Rock die Beine runterläuft undin den Schuhen landet (bääääääh!)Was zu weiteren Überlegung findet das man Kinder eventuell auch in eine mit saugfähigemMaterial ausgestopfte Stoffwindel packen könnte.Formtechnisch würde ich persönlich hier entweder zum Windelprinzip mit dem 3eckigemStück Stoff greifen, oder aber zu einer schmalen langen Stoffbahn mit Bändern an den Enden, die wie ein Lendenschurz zwischen den Beinen durchgezogen wird und mit den Bändernzu einer Art mittelalterlichem Tanga gewickelt wird. ronjaKlamotten mazKlamotten